#IN DEN MEDIEN | SANTA LUZIA WIRD IM ZEITUNGSARTIKEL DER FOLHA DE SÃO PAULO HEVORGEHOBEN

Fetzen und Naturstoffe nehmen Platz unter den Hausartikeln. Messe für Geschäfte und Hotels – Abup – hebt Bio-Baumwolle, wiederverwertete PET-Flaschen, Lederreste hervor.

Von Mara Gama für Folha de São Paulo

Der Verbraucher hat immer mehr Interesse an der Herkunft von Lebensmitteln, Kleidung und allen Artikeln, die er an sich trägt oder im Haus benutzt. In Betrachtung dieser Tendenz schliesst eine der größten Messen für Hausobjekte, die an Hotels und Geschäftsleute gerichtet ist, mehrere nachhaltige Produkte in seine Auswahl ein.

Cecilia Rima ist eine der Gründerinnen der Messe Abup (Verband der brasilianischen Unternehmen für Geschenke und Haushaltswaren), die ihre 37. Veranstaltung zwischen den 15. und 19. August in São Paulo hat. Seit 20 Jahren sucht sie nach Objekte bei Lieferern aus China, Indien und Vietnam. “Vor 4 oder 5 Jahre sah ich bei meinen Kunden keine Gedanken über die Nachhaltigkeit der Produkte. Jedoch gibt es heutzutage Stände bei internationalen Messen, die komplett auf diese Art Produkte orientiert sind”, sagt sie.

“Es ist nicht nur ein neuer Trend, es ist eher eine bewußte Form des Konsums – minimal und vernünftig. Die Leute möchten mehr über die Herstellung und den Werdegang eines Produktes erfahren”, behauptet sie.

“Mein eingener Fokus als Käuferin verändert sich dadurch. Ich suchte preisgünstige Artikel, die am Markt sich leichter wiederverkaufen liessen. Mit der Nachhaltigkeit der Produkte im Sinne, begann ich originelles Kunsthandwerk innerhalb Brasiliens zu suchen, dadurch konnte ich die Arbeit von
Handwerkergemeinden kennenlernen, somit lernte ich sie zu schätzen ”, berichtet sie.

“Es ist bisher eine neue Lernerfahrung gewesen. Der Handwerker darf seine Kinder großziehen und leben, da wo er arbeitet” sagt sie. Mit bem Blick auf diesen Markt, bereitet Cecília ihre neue Marke vor, die Rima Casa, die auf die High Design Messe an den Tagen 28., 29. e 30. August eingeführt werden soll. Dazu gehören Handarbeite, die aus Piassava, Látex, Jeansfetzen und Leder angefertigt werden.

Marco Pulchério, der seit 25 Jahre bei der Handelsagentur Marco 500 tätig ist und heute 32 Designeriniziativen und Handwerker vertritt, bringt zu dieser Veranstaltung der Abup einige nachhaltig hergestellten Produkte wie die Artikel aus Lederfetzen von Jacqueline Chiabay.

“Die Nachfrage nach Einzelstücken mit ihren eigenen Geschichten und Naturprodukten ohne Überzug und ohne synthetische Mitteln ist gestiegen”, behauptet er.

Pulchério bewegt seine Handwerker, die Geschichte ihrer Produktion bei der Kommunikation mit den Kunden hervorzuheben. Er glaubt aber, daß nur noch wenigen Verbraucher haben tatsächlich Interesse an Herkunft der Produkte. “Auf dem Markt der Dekorationsartikel kommen die Neuigkeit, die Überraschung und der Preis an erster Stelle.”

Fetzen der Fetzen

Dieses Jahr zeigt die Jacqueline Chiabay zum zweiten Mal ihre Produkte auf der Abup.

Vor 20 Jahre entschied die Handwerkerin etwas aus den Lederresten ihrer Näharbeiten von Kleidungsstücken zu machen. Sie begann, indem sie Streifen daraus machte, und damit neue Stücke webte. Das Geschäft mit den Lederresten war erfolgreich, was sie ermutigte, Lederreste von anderen Fabrikanten zu kaufen, um Kissen, Taschen, Hocker und Deko-artikel zu herstellen.

Mitte der 90iger Jahre hat sie sich mit ihrem Atelier in der Gegend von der Ortschaft Viana, im Bundesstaat Espírito Santo etabliert, und dafür stellte sie Hausfrauen und Landarbeiterinnen ein,um große Bestellungen nachzukommen. Sie hat ein festes Team von 5 Mitarbeitern, aber bei großer Nachfrage kann dieses bis zum 150 Leute einbeziehen.

Sie verkauft keine Katze im Sack. “Die Lederentsorgung ist problematisch, denn es wird bei dem Verarbeitungprozess Chrom, Schadstoff und Giftstoff verwendet. Unser Prodution kann als nachhaltig gesehen werden, denn sie schenkt eine neue Lebensdauer einem Material, das schon vorher hergestellt wurde, jedoch ist es nicht ökologisch.”

Ein Vorteil für den Verbraucher ist der Endpreis, denn während eine Tasche aus Lederresten R$ 300 kostet, eine andere aus kompletten Lederstücken kann bis zum R$ 700 hinkommen.

Bei einem von Sebrae [Brasilianischer Dienst für Mikro- und Kleinunternehmen] lokal entwickelten Programm hatte Jacqueline eine neue Idee, die Fetzen von den Fetzen zu nehmen, und daraus etwas zu machen. So begann ihr neues Projekt Novas Marias, welches das Kunsthandwerk in das Frauengefängnis hinein brachte.

Jacqueline entwickelte eine Schnitttechnik der kleinen Stücke, die sie Pailleten nannte, und die bei der Ausstattung der Stücke, die sie in ihrem Atelier anfertigt, benutzt werden.

Dieses Projekt ging in den Frauengefängnissen um, sowie in Tucum und Großraum Vitória von 2008 bis 2010, in Cariacica von 2010 bis 2014 und in dem provisorischen Strafanstalt für Frauen in Viana von 2014 bis 2017. Das Projekt wird auch von dem Männer-Haftanstalt in Vila Velha 3 mit dem Schreiner Handwerk unterstützt, indem sie Sitzbänke und Hocker bauen, wo die Kissen aus Restleder plaziert werden.

“Ich glaube, daß die Wertschätzung der handwerklichen Arbeit ist in den letzten Jahren positiv
gestiegen”, sagt sie. Deshalb werden ihre Produkte immer mit Labels über die ganze
Herstellungsgeschichte gekennzeichnet.

Naturbunte Baumwolle

Das im Jahr 1986 von Armando Dantas gegründeten Unternehmen Santa Luzia, das seine Produkte aus dem Hinterland des Bundesstaates Paraíba liefert, wird mit einem Stand auf der Messe vertreten. Zur Zeit werden drei Produklinien gehalten, die aus wiederverwertetem Material, Naturbaumwolle und Bio-Baumwolle hergestellt werden.

In den ersten 10 Jahren wurden bei der Herstellung von Schlaffhängematten, Tischsets, Bettwäsche, Kissen und Gardinen Rohbaummwolle verwendet und Farbe- und Bleichmittel eingesetzt. Am Ende dieses Prozesses wurden die Produkte gewaschen, und dannach die Waschflüssigkeiten einfach in den Abfluss abgelassen.

Vor etwa 20 Jahren, als die ersten wiederverwerteten Polyester PET-Fasern aus China in Brasilien erschienen, änderte Dantas seine Arbeitsweise und führte diese in seine Produktion ein. Es geschah nicht allein der Nachhaltigkeit wegen und um die Verschmutzung zu stoppen, sondern auch aus Zweckmäßigkeit und im Hinblick auf den aktrativeren Endpreis.

Die Produktlinien aus dem wiederverwerteten Material werden aus der Zusammensetzung der Resttfetzen von Kleidungsstücken und dem PET-Polyester hergestellt. Da die Fetzen schon gefärbt sind, entfällt das Tönen der Stoffe.

Stand Santa Luzia und Dekoration auf der ABUP

“Heutzutage ist Wiederverwertung das Schlagwort, das hervorsticht. Früher hat man uns bezahlt, um die Fetzen abzunehmen. Derzeit sieht man schon die Verwendungswerte der Reststoffe. Sie werden nach Farbe sortiert und entfasert, damit sie als lange Garne für Kleidungstücke verarbeitet werden können”, sagt er.

Dantas verkauft auch die Polyesterfaser aus China weiter, und sagt daß dieser Markt viel zugenommen hat. “80% meiner Verkäufe sind Hängematten, die aus diesem Material hergestellt werden, denn der etwas günstigeren Endpreis macht sich bemerkbar – sie gehen von R$45 bis zum R$400 bei den Hängematten aus wiederverwerteten Material und von R$90 bis zum R$500 bei denen aus Bio-Baumwolle. Die Produktion aus wiederwervertetem Material ist größer. Im Jahr 2010 waren 35 Tonen der Produkte gegen die 22 Tonen 2016.

Der dreifach höhere Preis der Bio-Baumwolle im Vergleich mit dem wiederverwerteten Material lässt sich mit einer gerechten Bezahlung der 32 bäuerlichen Familien erklären, die sich um die handgearbeitete Produktion kümmert und in einer Fläche von 40 Hektar ansässig sind. Der Verkauf Natur Bio-Baumwolle hat – auch wenn geringfügig – zugenommen. Im Jahr 2016 wurden 11 Tonen verkauft, während 2017 gab es einen Absatzvolumen von 16 Tonen.

Die Verwendung von Naturbunter Baumwolle hat auch andere Vorteile. Da sie schon in Farbtöne, die von Bege bis Braun gehen, in der Natur wächsts, kann man auf den konventionellen Webprozess mit chemischen Farben verzichten, und dadurch erreicht man ein Sparen von 87% des Wasserverbrauchs.

Hervorhebung der Buntbaumwolle Produkte des Santa Luzia Unternehmens.

“Der Verbraucher ist umweltbewusster, denn es gibt Leute, die beim Zuhören unserer Geschichte, sich für den Kauf entschliesst. Innerhalb von 2 Jahre wird unser Baumwolle die Welt erorbern”, sagt Dantas.

Kulturobjekte

“Gegenstände, die eine Bedeutung haben, werden sorgfältig aufbewahrt”, sagt die Kritikerin und Verwalterin Adélia Borges. Sie meint, daß das Interesse an nachhaltigen Produkten es seit Langem im Ausland gibt, aber innerhalb Brasiliens wächst es allmählich. Dieses entnimmt sie aus Erfahrung. Seit zwei Jahre leitet Adélia den Laden des Kunstmuseums von São Paulo (Masp). Sie hat drei Produktlinien wie zum Beispiel die Produkte, die von Designers in Kooperation mit Kunsthandwerker hergestellt sind, die Produkte, die von einer Kunsthandwerkergemeinde produziert werden und indianische Handarbeit.

“Dort werden Sie keine gadgets zu kaufen finden, wie bei anderen Museumsläden üblich ist. Der Laden besteht auf anderer Voraussetzungen, um den Markt zu bedienen. Deshalb entschieden wir uns für die soziale Umwelt-Nachhaltigkeit in Verbindung mit Ästhetik, gutem Preis und Produktionskontinuität”, sagt sie.

“Unsere Produkte werden mit Labels versehen, welche die Herkunftsgeschichte ihrer Fabrikation nachweist. Ich bin davon überzeugt, das die Leute sehr daran interessiert sind. Unser Markterfolg beweist uns das”, behauptet sie.

Zugang zum Artikel der Zeitung Folha de São Paulo: https://www1.folha.uol.com.br/mercado/2018/08/retalhos-e-materiais-naturais-ganham-espaco-em-artigos-para-casa.shtml

Für mehrere Informationen über das Unternehmen Santa Luzia Hängematen und Dekoration: www.redesantaluzia.com.br

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